Vietnam


Hanoi




Am Sonntag den 26. Oktober 2008 haben wir in Hanoi/Vietnam das Mausoleum besucht, in dem Ho Chi Minh beigesetzt wurde. Dieses Mausoleum steht am Ba-Dinh-Platz. Dieser große Platz diente zu den Zeiten der französischen Kolonialmacht als Paradeplatz.. Die umliegenden Häuser wurden einst von den Franzosen erbaut. An seiner Südostecke endet die Dien Bien Phu Straße. Sie trägt den Namen des Ortes im Norden Vietnams, bei dem die entscheidende Schlacht zwischen der französischen Kolonialmacht und den Guerilla-Kämpfern der Viet Minh im Jahre 1954 stattfand. Sie dauerte vom 13. März bis zum 7. Mai diesen Jahres und führte zur Indochina-Konferenz in Genf, die mit einem Waffenstillstandsabkommen zwischen den beiden Kriegsparteien endete.

Der besagte Paradeplatz war der Ort, wo Ho Chi Minh im September 1945 die unabhängige Republik Vietnam ausgerufen hatte.

Das Mausoleum ist ein trutziges Bauwerk. Es wurde in den Jahren 1973 bis 1975 errichtet, um darin den Leichnam des 1969 verstorbenen und beliebten Ho Chi Minh aufzubahren. Bei dem für den Bau verwendeten Material handelt es sich um schwarzen, grauen und roten Marmor der aus den Bergen von Da Nang stammt.

Diese Art der Aufbewahrung und Ausstellung seines Leichnams hatte sich Ho Chi Minh in seinem Testament ausdrücklich verbeten. Er wollte eine einfache Einäscherung. Das erfuhr das vietnamesische Volk allerdings erst im Jahre 1990, also 21 Jahre nach seinem Tod.

Leider konnten wir das Mausoleum nicht im Inneren besichtigen, da in den Monaten Oktober und November das Totenhaus zwecks „Auffrischung“ der Mumie geschlossen ist.

Unseren Augenstein legten wir auf einem der Pfeiler des Zaunes ab, der eines der ehemaligen französischen Verwaltungsgebäude am Ba-Dinh-Platz auf der Südseite umgibt. Er hat also sowohl das Mausoleum mit dem Vorbereich und den zahlreichen Besuchern als auch den emaligen Paradeplatz im Blick. Die Ablage geschah am Vormittag bei sehr trübem Wetter. Waren wir doch ausgerechnet in den Tagen in Vietnam unterwegs, in denen weite Teile des Landes durch ungewöhnlich heftige und lang andauernde Regenfälle unter Wasser standen und in deren Folge fast 100 Menschen ums Leben kamen, Zigtausende ihre Häuser verloren und große Flächen Reisfelder zerstört wurden.


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Friedrich und Kirsten Bergerhoff, Frankfurt am Main
2008