Venezuela


Para-Wasserfälle






(19. 03. 2005)

Wo liegt der Stein?

Nach einer Reise mit dem Flugzeug quer durch Venezuela und zwei Tagen mit dem Einbaum auf dem Rio Caura liegt der Stein nun auf einem Felsenvorsprung gegenüber der Para-Wasserfälle. Der Rio Caura entspringt in den Bergen an der brasilianisch-venezolanischen Grenze und mündet nach 750 km in den Orinoko.



Was sieht der Stein?

Der Stein sieht Wald, Felsen und Wasser in allen erdenklichen Zuständen – als Schaum, als Gischt, als Tropfen, in reißender Strömung, freiem Fall, strudelnder Tiefe.

Er sieht ein aufgelassenes Camp der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft, die vergebens hoffte, das fallende Wasser in Fortschritt zu verwandeln.

Und er sieht Bootsmannschaften der Yekuana-Indianer, die – durch die Fälle in ihrer Reise unterbrochen – schweres Gepäck stundenlang durch den Urwald tragen, um einige Kilometer flußabwärts ihre Boote aufs Neue zu beladen.

Der Stein ist hin und her gerissen – soll er hier bleiben oder mit ihnen ziehen?





Andreas Ackermann, Oberursel
2005