Uganda


Entebbe




Vor genau dreissig Jahren fand die Geiselbefreiuung (3.-4.7.1976) auf dem Flughafen von Entebbe/Uganda durch die israelische Armee statt. Der Air France Flug 139 war eine Woche zuvor von Athen nach Paris entführt, zum Flughafen Bengasi in Libyen umgeleitet und schliesslich in Entebbe zur Landung gezwungen worden. Die Entführer waren acht Angehörige der Volksfront zur Befreiung Palästinas und zwei Mitglieder der Revolutionären Zellen. Sie wollten 53 Gefangene aus Gefängnissen in Israel, Frankreich, Deutschland und der Schweiz freipressen.

Die Passagiere wurden in der alten Transithalle des Terminals als Geiseln gehalten. Die Terroristen sonderten  80 Israelis und rund 20 Franzosen jüdischen Glaubens aus und liessen die anderen Geiseln frei, die mit einer anderen Air France-Maschine weggebracht wurden.
Nach einer Woche, die dem Sammeln von Informationen und der Vorbereitung der Geiselbefreiuung gewidmet war, landeten nachts vier Transportflugzeuge ohne Bodenunterstützung. Rund 100 israelische Soldaten einschliesslich Elitesoldaten waren beteiligt, vermutlich auch der Mossad. Eine Stunde vor Mitternacht wurde ein schwarzer Mercedes Benz entladen mit begleitenden Geländewagen, um eine Eskorte für Idi Amin vorzutäuschen, in Wirklichkeit zur Ablenkung, um Teile der israelischen Soldaten zum Terminal zu bringen. Dreissig Minuten dauerte der Angriff, 6 Terroristen wurden getötet. Von den 103 Geiseln starben drei. Angeblich nahmen die Israelis einige der Terroristen fest, aber das konnte nie bestätigt werden. Ugandische Truppen eröffneten das Feuer auf die Israelis, wobei Oberst Netanjahu getötet wurde. Eine weitere Geisel war zu diesem Zeitpunkt in einem Krankenhaus in Kampala und wurde am nächsten Tag tot aufgefunden: ermordet.  Weitere 45 ugandische Soldaten wurden getötet, die ugandischen Kampfflugzeuge auf dem Flugfeld zerstört.


Der Weg der Steine

Als ich am 13.7.2006 in der Transithalle in Entebbe ohne gültigen Flugschein lange warten musste, gedachte ich aller Toten. Der Augenstein im Transitbereich ist ein Zeichen dafür.


Frankfurt, im Juli 2006



Katarina Greifeld, Frankfurt/Main
2006