Turkmenistan


Aschchabat




Der Weg der Steine Der Weg der Steine
Stein mit Auge im Cockpit. Turkmenischer Flughafenmitarbeiter.


Von meinem Hotelzimmer blicke ich auf eine Schule mit großem Schulhof. Auf dem Balkon sitzend, beobachte ich lange Zeit das Treiben, was sich nur wenig entfernt vor mir abspielt und fühle mich beim Eintauchen in eine vergangene und andere Welt zurückversetzt.

Plötzlich weiß ich: Hier soll der Stein liegen !

Es dauert einige Tage, bis ich den Stein und mich dazu bewegen kann, diese Reise zu einer turkmenischen Schule zu unternehmen.

Die wirkliche Strecke, die zurückgelegt werden muß, ist kurz – doch diese andere Welt scheint meilenweit entfernt.

Ich habe Angst, fühle mich unsicher – wie soll ich in den Schulhof gelangen, wie die Kommunikation - - - kann ich Verständnis für das Vorhaben gewinnen ?

So, nun muß es aber sein !!

Das Hotel als sicheren Ort verlasse ich und gelange durch Umwege schließlich an das Schultor.

Da stehe ich nun mit dem Stein in der Hand, etwas verunsichert und überlege, was ich als nächstes tun soll. Brauche ich aber gar nicht, da kommen schon die ersten Mädchen ans Tor.

Sprechen etwas Englisch und fordern mich gleich auf, doch hereinzukommen.

Eine immer größere Traube von etwa 15 bis 20 Mädchen versammelt sich um mich.

Der Weg der Steine

Das Interesse ist groß. Die möchten alles ganz genau wissen. Die Faszination ist gegenseitig.

Ich fordere die Schulmädchen auf, einen geeigneten Ort für den Stein zu finden.

Vorher wollen die Mädchen noch wissen, ob das Auge auch Glück bringt und auf keinen Fall negative Auswirkungen hat.

Der Stein mit Auge bringt Glück ! Und so kommt er, in den kleinen, selbst gestalteten Schulklassengarten zum Liegen.

Die Mädchen versprechen, auf ihn aufzupassen und da bin ich mir auch sicher – einen schöneren Platz hätte er nicht finden können.

Der Weg der Steine


... Auf dem Markt von Aschchabat


Birgitte Harries, Dreieich
2006