Timor-Leste


Dili




Der Stein hat ein Auge auf die Frauenorgansiation Fokupers, die schon seit 10 Jahren in Osttimor gegen Gewalt und für Gleichberechtigung  voller Vertrauen und Hoffnung in die Kraft der Frauen arbeitet. Der Stein liegt auf dem Gelände der Organisation in Dili, der Hauptstadt Osttimors.

Osttimor ist 2002 unabhängig geworden nach 24 Jahren brutaler Besatzung durch den Nachbarn Indonesien. Die Unabhängigkeit brachte keine Befreiung der Frauen mit sich.. Ganz im Gegenteil. Gewalt ist für viele Frauen und Mädchen Alltag.. Doch nicht nur im häuslichen Bereich. Politische Machtkämpfe stürzten das Land Anfang 2006 in eine tiefe Krise. Häuser gingen in Flammen auf und Menschen wurden aus ihren Wohnvierteln vertrieben.  So blickt der Stein auch auf Zelte, die im Vorgarten der Organisation stehen und Flüchtlinge beherbergen.


Er sieht die Frauen, die sich hier Tag für Tag arbeiten. Engagiert setzen sich die Mitarbeiterinnen von Fokupers für die Verbesserung der Situation von Frauen und Mädchen ein. Sie unterhalten ein Frauenschutzhaus, einen Kindergarten, betreiben Öffentlichkeitsarbeit und organisieren sich im politischen Leben, sie begleiten die Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden zur Polizei, ins Krankenhaus, zu Gericht oder  vermitteln bei Streitigkeiten innerhalb der Familie und zwischen Partnern. 

 



Doch das Steinauge schaut nicht nur auf Leid, im Gegenteil: es erfreut sich an der Solidarität und dem Gemeinsinn mit der die Frauen hier der Gewalt entgegentreten und sie bekämpfen.

Vielleicht wird das Steinauge eines Tages weitergetragen. Von einem der ‚Opfer’, das gestärkt aus der Bewältigung der Gewalterfahrung und mit neuem Selbstvertrauen seine neue Perspektive dem Stein vor Augen führt.




Maria Tschanz, Dili
2007