Südgeorgien (zu: Großbritannien)


Grytviken



Der zahllosen Pinguine wegen vor allem bin ich in die Region der Antarktis gereist und so kam ich auch nach Südgeorgien und dort nach Grytviken. Am 2. November 2008 habe ich auf dem kleinen Friedhof in dem ehemaligen Walfängerort, am Grab des berühmten Polarhelden Ernest Shackleton einen Augenstein abgelegt (54^o 15' S und 36^o 45' W).

Die Inselgruppe mit der alten Walfangstation liegt etwa 2000 km östlich von Feuerland und jeweils etwa 1500 km von den Falkland Inseln und dem antarktischen Kontinent entfernt. Politisch gehört Südgeorgien zu Großbritannien.

Die berühmte Shackleton-Expedition in die Antarktis fand 1914 bis 1917 statt. Shackleton brach mit seiner Mannschaft im August 1914 auf der ENDURANCE in die Antarktis auf. Ihr Ziel war, die Antarktis zu Fuß zu durchqueren. Doch die ENDURANCE blieb im Packeis stecken, zerbrach und die Reste versanken später allmählich. Die Mannschaft trieb mitsamt ihrem aus Schiffsteilen aufgebauten provisorischem Camp auf und mit dem Packeis und rettete sich schließlich mit ihren drei Rettungsbooten nach Elephant Island, eine kleine Insel vor der Spitze von Graham Land, einer Halbinsel der Antarktis. Von hier machte sich Shackleton mit fünf Männern seiner Mannschaft in dem größten der Rettungsboote, der James Caird auf, um das 1300 km entfernte Südgeorgien zu erreichen. Das gelang ihnen tatsächlich nach 16 Tagen. Nach der geglückten Landung mussten sie noch die Insel nach Osten zu Fuß überqueren, um die Walfangstation zu erreichen. Von hier gelang es Shackleton schließlich die Rettung des zurückgelassenen Teils seiner Mannschaft zu organisieren und alle kamen wohlbehalten wieder nach Großbritannien zurück.

Shackleton kam einige Jahre später nochmals nach Südgeorgien. Dort erlag er kurz nach der Ankunft Anfang Januar 1922 einem schweren Herzanfall und wurde in Grytviken begraben. Der Friedhof liegt an der King-Edward-Bucht gegenüber den Resten der kleinen Siedlung.

Auf Shackletons Grabstein liegt der Augenstein, schaut auf das gegenüberliegende Grytviken mit den Resten verschiedenen Walverarbeitungseinrichtungen und ist den Unbilden der Witterung ausgesetzt.

Die Fotos hat freundlicherweise Peter Wimmer, ein Mitreisender, gemacht.
November 2008


Rosemarie Obst, Frankfurt/Main
2008