Südafrika


Pretoria




Der Weg der SteineDer Stein ist im April 2005 abgelegt worden südlich der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria. Im äußeren Landschaftsring um die Metropole liegen zwei benachbarte Hügel, auf denen Geschichtsträchtige Bauwerke viele Besucher anziehen. Das Fort Skanskop - einen militärische, heute museale Festung - hatte in den letzten Jahrhunderten die Aufgabe, Pretoria zu schützen. Die gut armierte Festung musste ihre Zweckbestimmung aber nie praktisch wahrnehmen. In der Auffahrt westlich des Einganges standen am Rande des öffentlichen Parkplatzes einige stattliche Bäume, deren Stümpfe in Form junger Triebe zählebigen Charakter signalisieren. Auf einem dieser botanischen Mahnmahle ist der Stein platziert.

Was „sieht“ der Stein: Er ,,blickt auf ein anderes Mahnmahl über das kleine Tal hinüber zum zweiten Hügel, auf dem sich ein nicht minder imposantes Bauwerk erhebt. Das Voortrekker-Denkmal erinnert an den Großen Treck der Buren im vorigen Jahrhundert; die um ihrer Freiheit willen die von den Engländern bedrängte Kapregion verließen und sich unter unverstellbaren Strapazen und Opfern in KwaZulu-Natal und Transvaal angesiedelt haben. Den Bau des Monumentes initiierte ein Versprechen der Überlebenden, ihre Geschichte nie zu vergessen und ihren Vorfahren und Pionieren ein Denkmal zu setzen. Hundert Jahre später wurde es verwirklicht.

Die immensen Ausmaße des Bauwerkes korrespondieren einer inneren Größe und erinnern an das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig . Vom oberen Umgang aus erlebt der Besucher ein phantastisches Panorama von Pretoria und der Weiten des südafrikanischen Buschfeldes. Im Innenraum sind in großen Hochreliefs die Geschehnisse des Großen Trecks dargestellt. Der Souterrain herbergt ein kleines Museum zu Burenalltag und politischen Hintergründen. Um den Kenotaph herum im Zentrum der Krypta finden Gedenkfeiern und Bildungsveranstaltungen statt, denn dem Hause widmen sich nicht nur Weiße.



Erika Deutscher, Frankfurt/Main
2005