Niemandsland (zwischen Spanien und Marokko)


Enklave Ceuta




Der Weg der Steine

Ceuta steht für eine Grenze. Das Ende der Freizügigkeit. Diese Grenze ist ein postkoloniales Relikt in Zeiten des Schengener Abkommens. Wo legt man hier einen Augenstein ab? Sollen wir ihn in den Maschendrahtzaun hängen, der hier Afrika von Europa trennt? Oder in der Straße von Gibraltar, in Sichtweite zur spanischen Küste, ins Meer werfen? Makaber! Wir legen ihn im Niemandsland zwischen Marokko und Spanien ab: Hinter der marokkanischen und vor der spanischen Grenze, in einem schmalen Korridor der Verheißung. Hier schaut er auf Reisende, die wie wir zu Fuß über die Grenze wollen. Wir haben gerade die erste Vorkontrolle auf marokkanischer Seite passiert und am Ende des Schleusengangs bereits die Stadt Ceuta vor Augen; nach zweihundert Metern - immer entlang zwischen Zaun und Mauer - wartet die nächste marokkanische Kontrolle mit Ausreisefomular und Stempel für den Reisepaß auf uns. Dann erst kommen die Kontrollen auf spanischer Seite. Festung Europa?
Der Augenstein ist zurückgeblieben, er hat sie nicht erreicht.

Der Weg der Steine

Abgelegt am 27.3.2006



Solvejg Wilhelm und Volker Gottowik, Frankfurt/M.
2006