Jordanien


Petra



Der Weg der Steine


Es war ein Jugendtraum von mir, Petra, die so genannte Königin der Karawanenstädte in Jordanien einmal mit eigenen Augen sehen zu dürfen. Jetzt bin ich schon 60 Jahre alt geworden und konnte mir den Traum erfüllen! Ich war sehr glücklich, dieses Wunder zu erleben. Vor allen Dingen war ich sehr stolz, den Augenstein vor dem Schatzhaus auf einem verborgenen Felsen ablegen zu können, so dass er das Wunder von Petra immer sehen kann. Ich hoffe, dass der Stein sehr lange dort liegen wird und sich täglich an der Schönheit erfreuen kann.
Man kann es nicht fassen, wenn man die fast 2 km lange enge Schlucht (Siq) zu Fuß bewältigt hat, welche grandiose Schönheit man erblickt. Das Schatzhaus des Pharao ist das berühmteste Bauwerk der gesamten Anlage, die immerhin mehr als 20 Kilometer im Durchmesser groß ist und noch immer nicht vollständig ausgegraben sein soll.
Felsengräber, Tempel und ein sehr großes Theater ziehen den Besucher in ihren Bann.
Das legendäre Petra war einst Zentrum und Hauptstadt des riesigen Handelsimperiums der Nabatäer ab dem 6. Jahrhundert vor Christus. Die Schattierungen des für Petra so charakteristischen Sandsteins, der von gelblich über rötlich bis hin zu grau-bläulich, selbst weiß, schimmert, sind so grandios, dass es manchmal scheint, als sei die Farbe aufgemalt. Ein Erlebnis war ganz besonders beeindruckend: "Petra bei Nacht".
Nach Einbruch der Dunkelheit wurden hunderte von Kerzen in der Schlucht und auf dem Vorplatz des Schatzhauses entzündet und ich fühlte mich in einer nie gekannten Märchenwelt.

Der Weg der Steine

Ein alter Beduine spielte auf der einsaitigen Geige, er saß in der Mitte des Platzes zwischen den Kerzen und der Klang seines Instrumentes tönte in den Felsen. Zur Krönung des Erlebnisses kam plötzlich Flötenmusik aus dem Schatzhaus. Ein junger Beduine in seiner Tracht spielte Melodien seines Volkes. Als er aus dem Schatzhaus heraustrat und die wunderbaren Töne erklangen, liefen mir die Tränen....., weil mein Jugendtraum so wunderbar erfüllt wurde!

Der Weg der Steine

Oktober 2005



Brigitta Philipps, Neu-Isenburg
2005