Ghana


Elmina




Die Kanonen von Elmina Castle (São Jorge da Mina) sind auf die Stadt und den Hafen gerichtet. Vom offenen Meer her fühlten sich die Herren der Festung offenkundig weniger bedroht. Es waren Besatzer, die Portugiesen, die die Festung Ende des 15. Jahrhunderts errichten ließen, und die Holländer waren es auch: Sie eroberten Mitte des 17. Jahrhunderts Elmina, um nun ihrerseits das Hinterland mit der Hilfe lokaler Herrscher auszuplündern, stets auf der Suche nach Gold, vor allem schwarzem Gold: Sklaven eben. Diese wurden in Elmina gefangen gehalten und, sobald eine Schiffsladung zusammenkam, gewaltsam in die Neue Welt verfrachtet. Das blieb gängige Praxis, bis der Sklavenhandel im 19. Jahrhundert unterbunden wurde. Die Einnahmequelle der europäischen Besatzer versiegte, doch die Erinnerung an den einstigen Reichtum dieser Region hat sich in ihrem Namen erhalten: Goldküste. Erhalten ist auch die Festung mit den Kerkern, den Schießscharten und den Kanonen, die die europäischen Herrschaftsansprüche untermauern sollten. An einer solchen Kanone haben wir unseren Augenstein abgelegt.




Solvejg Wilhelm und Volker Gottowik, Frankfurt/Main
2007