Gambia


Fort James





Der Weg der Steine

Gambia ist der kleinste Staat Afrikas. Er liegt an der Westküste und ist komplett vom Senegal umschlossen. Die Fläche des Staates bildet der etwa 480 km lange Fluss mit einem zwischen 25 bis 8 km breiten Uferstreifen auf beiden Seiten. Dieser Fluss verleiht dem Staat seinen Namen der sich vom portugiesischen Wort câmbio (Austausch, Handel) ableitet. Was gehandelt wurde erzählte uns Lamin Trawaily:

Der Weg der Steine

Portugiesische Händler befuhren im 18. Jahrhundert regelmäßig den Gambia und kauften junge Männer, Frauen und Kinder die entlang des Flusses aus den Dörfern entführt und versklavt wurden. Dieses „Geschäft“ übernahmen später die Engländer, die auf der Insel James Island einen befestigten Sammelpunkt - Fort James - einrichteten. Die Sklaven wurden auf der Insel in Verließen eingekerkert bis eine ausreichende Ladung zusammengestellt werden konnte. Von der Insel gab es kein entkommen – der Weg zum nächsten Ufer ist 8 km weit und das Mündungsgebiet wimmelte vor Haien. Aus den Dörfern entlang des Flusses wurden über 3 Millionen Menschen, hauptsächlich vom Stamm der Mandinka, Fulbe und Wolof, entführt und in die amerikanischen Kolonien verkauft.

Der Weg der Steine

Den Stein für Gambia legte Lamin in eine Mauer der Ruine von Fort James. Der Stein blickt über die Mündung des Flusses hinweg Richtung Westen zu den Nachfahren der Sklaven die die Überfahrt überlebten. James Island ist heute nationale Gedenkstätte und erinnert an das Leiden und die Unmenschlichkeit der Sklaverei.

Der Weg der Steine



Thomas Guttandin, Hattersheim
2006