Deutschland


Hanau


Der Weg der Steine

Es war einmal mitten im Winter und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab, da saß eine Königin an einem Fenster, das einen Rahmen von schwarzem Ebenholz hatte und nähte. Und wie sie so nähte und nach dem Schnee aufblickte stach sie sich mit der Nadel in den Finger und es fielen drei Tropen Blut in den Schnee. Und weil das Rote im weißen Schnee so schön aussah, dachte sie bei sich: „ Hätt’ ich ein Kind so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie das Holz im Rahmen.“ Bald darauf bekam sie ein Töchterlein, das war so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarzhaarig wie Ebenholz und wurde darum das Schneewittchen genannt. Und wie das Kind geboren war, starb die Königin. Über ein Jahr nahm sich der König eine andere Gemahlin.

Wer kennt sie nicht, die Sammlung der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm? Für mich waren sie die erste Literatur meiner Kindheit und auch meinen Kindern habe ich sie mit großer Begeisterung immer wieder vorgelesen und die Bekanntesten frei erzählt.

Die über 200 Grimmschen Kinder- und Hausmärchen,  mittlerweile in 140 Sprachen übersetzt, sind nach der Bibel die weitverbreitetste Literatur der Welt.

Der Weg der Steine

Ich habe meinen Stein an dem Denkmal auf dem Marktplatz der Stadt Hanau, Geburtsstadt der Brüder Grimm, hinterlegt. Dort wo sich der Ausgangspunkt der deutschen Märchenstraße, die bis Bremen führt, befindet.

12.11.05



Birgit Weber, Frankfurt/Main
2005