Côte d'Ivoire


Bouaké




Der Stein liegt in Bouaké gegenüber dem Restaurant "Le Palais des Congres -- der Palast der Aale" in einem Stehimbiss im Dunkeln, was für ihn das reinste Glück sein dürfte, denn draussen ist es heiss und schwül. Ausserdem fällt er hier nicht weiter auf, weil man über ihn wegtritt und nicht irgendwelche magischen Assoziationen geweckt werden. Er wird hier noch lange unentdeckt bleiben und auf die Strasse schauen können.

Der Stein hat auch Glück, weil er in dem Teil der Côte d'Ivoire liegt, das kaum verwüstet wurde während des langen und heftigen Bürgerkrieges. Aber das ganze Land ist heute völlig verarmt.

Bis Ende der neunziger Jahre war es noch das Vorzeigeland in Westafrika, mit florierendem Tourismus und Schnellstrassen etc. Heute werden die verwüsteten Gebäude langsam wieder aufgebaut, jeder hofft, dass der Frieden stabil werden wird und langfristig wieder ein normaleres Leben ermöglicht. Der Frieden wurde erst 2007 mit dem Abkommen von Ouagadougou international besiegelt. Heute ist das Land im Aufbau -- gerade so wie seine derzeitige Internetseite -- siehe http://www.abidjan.net/gouvernement/

Bei der Rückfahrt von Bouaké nach Abidjan durchqueren wir dichte Wälder. Junge Männer stehen an der Strasse und versuchen ihre karge Beute zu verkaufen: Kein Tier ist grösser als eine Katze -- ein deutlicher Hinweis darauf, dass hier Not und Hunger herrschen und alles gegessen wird, was überhaupt nur als essbar gilt.

Bouaké, im November 2008



Katarina Greifeld, Frankfurt/Main
2008